Jogginggeschichten #7

Schon lange gab es auf dem Blog keine Jogginggeschichte mehr. Aber heute habe ich wieder etwas zu erzählen, was mir auf einer meiner Runden passiert ist. Ich war vor kurzem unterwegs auf meiner üblichen Runde und hatte Musik dabei. Meistens laufe ich ohne Musikgerät, doch an dem Nachmittag hatte ich Lust darauf.

Auf dem Rückweg lief ich auf einer Landstrasse zwischen Kuhweiden und suchte gerade nach einem bestimmten Lied, als ein Radfahrer nahe an mich heran fuhr und „Buh!“ machte. Ich erschrak mich ziemlich, musste aber lachen. Der Radfahrer drehte sich nicht um, sondern schimpfte vor sich hin und ich hörte so etwas wie „…muss nicht mit Musik im Ohr rennen…“ oder so.

Ich wusste nicht, ob ich lachen oder dem Kerl nachlaufen und ihn zur Rede stellen sollte. Ich liess ihn schliesslich ziehen (er fuhr erst total langsam, so dass ich ihn leicht hätte einholen können…), obwohl ich ein bisschen wütend war. Zwar kann ich seine Meinung verstehen – mit Musik zu laufen kann gefährlich sein und ausserdem laufe ich ja, um abschalten und den Kopf „durchlüften“ zu können. Aber muss man deswegen jemanden extra erschrecken?! Meiner Meinung nach gibt es da bessere Methoden…

 

 

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Woran du merkst, dass du erwachsen geworden bist

In meinem Job als Jugendarbeiterin habe ich viel mit Jugendlichen zu tun. Die meisten dieser Jugendlichen sind zwischen 15 und 17 Jahren alt und gerade mit dem Übergang von der Schule ins Berufsleben beschäftigt. Als Mittzwanzigerin, die selber gerade den Berufseinstieg sucht, fühlte ich mich nach Antritt der Stelle diesen Jugendlichen ziemlich nah. So viel älter bin ich schliesslich nicht. Diese Zeit ist bei mir noch gar nicht so lange her. Dachte ich.

Ich merkte allerdings schon nach kurzer Zeit, dass die Jugendlichen dies komplett anders wahrnehmen. Für sie war ich erwachsen. Alt. Und damit meeeeeeeilenweit von ihrem Leben, ihren Empfindungen und ihrem Denken entfernt.

Deshalb habe ich eine Liste erstellt, die andere davor bewahren soll, denselben Denkfehler zu machen, wie ich. Also, du bist erwachsen (und damit ALT), wenn…

…du die Sprache der Jugendlichen nicht mehr verstehst.

…du denkst, dass Facebook „in“ ist.

…du denkst, dass Hausarrest die schlimmere Strafe ist als Smartphone-Entzug.

…du dich mit verklärtem Blick an deine eigene Jugend erinnerst.

…du nicht verstehst, warum Marina gegenüber Dario nicht zugeben darf, dass sie ihn mag. Denn letzte Woche hat Dario noch mit Paula geflirtet und diese ist die Cousine von Marinas Exfreund Patrick. Dieser ist nun mit Marinas zweitbester Freundin zusammen, weshalb Marina und Dario nicht zusammen sein können. ???

…du dich tierisch über trinkende, laut Musik hörende und/oder spuckende Jugendliche aufregst.

 

Falls euch noch mehr Punkte einfallen, dürft ihr diese gerne unten in den Kommentaren aufzählen. Ich freue mich auf viele lustige Ideen.

Walderdbeeren

Walderdbeeren selbst gepflückt

Schon seit Tagen lief mir jedes Mal das Wasser im Mund zusammen, wenn ich zur Arbeit lief. Nicht weil es da so viel Leckeres zu essen gab, sondern weil ich auf dem Weg jeweils an mehreren Erdbeerstauden voller praller, roter Früchte vorbei lief. Also schnappte ich mir irgendwann einen kleinen Behälter und pflückte die Beeren auf dem Weg zur Arbeit. Innerhalb von wenigen Minuten hatte ich immerhin mehrere Dutzend der kleinen Beeren eingesammelt. Es hatte noch mehr davon, doch dafür hätte ich mitten in den regennassen Strauch steigen müssen, was mir dann doch zu mühsam war.

Nach gründlichem Waschen verspies ich die Beeren genüsslich eine nach der anderen…

Krimi-Dinner

Vor kurzem feierten wir den Geburtstag meiner kleinen Schwester nach. Als Überraschung hatten wir ein lustiges Abendessen mit einem Krimispiel geplant. Die Unterlagen bestellten wir unter http://www.krimi-kueche.de/. Auf der Homepage werden die Unterlagen für verschiedene Szenarien angeboten, die man dann in einem kleinen Päckchen bestellen kann. Als Gastgeber muss man dann nur noch die Einladungen inklusive der Rollenbeschreibung für jeden Teilnehmer versenden und für Essen sorgen. Ein Krimidinner dauert drei bis vier Stunden und besteht aus insgesamt fünf Runden. Am lustigsten wird es, wenn sich jeder entsprechend seiner Rolle verkleidet, aber auch ohne Kostüme ist das Spiel ein grosser Spass.

Wir hatten es jedenfalls sehr lustig an dem Abend. Die Rollen haben erstaunlich gut zu unserer Gruppe gepasst, was die Rollenzuteilung einfach machte.  Und obwohl wir abgemacht hatten, uns nicht zu verkleiden, gab sich jeder Mühe, sein Äusseres der Rolle anzupassen. Es wurde verschwiegen und geschwindelt, verdächtigt und gegrübelt, verhört und gelacht. Das Essen trat dabei völlig in den Hintergrund. Am Ende fanden wir trotz zahlreicher Wirrungen und verschiedener Motive aller Teilnehmer heraus, wer das Verbrechen begangen hatte. Yes! Definitiv ein spassiger Abend und eine gute Idee auch für lange Winterabende.

Du weisst als Sportler, dass Sommer ist, wenn…

…du nur noch Wassersport machst – im natürlichen Gewässer, im Schwimmbecken oder im eigenen Schweiss.

…wenn die Anzahl verschluckter Mücken pro Trainingseinheit auf mindestens fünf steigt.

…wenn selbst der Sport-BH, die kurze Hose und die Schuhe schon zu viel Kleidung sind.

…wenn du nach der Trainingseinheit noch mindestens eine Stunde lang mit knallroter Birne rumläuftst.

…wenn du selbst am Wochenende freiwillig schon vor 8 Uhr dein Workout startest.

…wenn der Kontrast zwischen gebräunten und weissen Hautstellen ein die betriebene Sportart verrät.

 

Weitere Punkte von Eurer Seite sind willkommen… 😉

Ups – kleine Unfälle rund um den Umzug

Heute gibt es für euch eine kleine Sammlung von Fehlern, Unachtsamkeiten und Unfällen, die dem Helden und mir beim Umziehen passiert sind. Zum Glück ist darunter nichts Schlimmes, es sind vor allem amüsante Kleinigkeiten, über die wir selber herzlich lachen konnten.

  • Kleiderschrank: Erst habe ich beim Auspacken eine Rückwand übersehen und diese voll umgeknickt (ich wollte den Karton, in dem sie lag, halbieren und entsorgen), dann haben wir zwei Mal eine Leiste falsch angebracht und schliesslich noch die Rückwand eines Schrankteils falsch herum angenagelt. Bis auf die beiden Rückwände konnten wir alles ausbügeln. Und der Schrank sieht übrigens sehr anständig aus. zumindest mit geschlossenen Türen 😉
  • Lampen: Die eine Flurlampe mussten wir zwei Mal neu ausrichten, weil wir beim Bohren nicht an den Wandschrank daneben gedacht hatten. Dieser liess sich dann erst nur noch halb öffnen.
  • Fernseher: Gut, das war ein eher grösserer Unfall. Und ein echter Schock. Denn der Fernseher war richtig, richtig, richtig teuer! Der Held lehnte ein Regalbrett kurz irgendwo an, um etwas von weiter oben runter zu holen. Peng, das Regalbrett fiel um und hinterliess mitten auf dem Bildschirm einen grossen Kratzer. Oh Mann! Das war echt übel. Zum Glück entwickeln sich Technologien rasend schnell, so konnten wir einen ähnlichen Fernseher für weniger als die Hälfte des Preises, den wir für den kaputten damals bezahlt hatten, erwerben.
  • Kallax-Schublade: Expedit, das verbreitete IKEA-Regal, heisst mittlerweile ja Kallax. Und auch wir haben uns so eines gekauft. Mit zwei kleinen Schubladen für die Aufbewahrung von Kleinkram. Als wir die Schienen am Regal befestigt hatten und die Schubladen reinschieben wollten, merkten wir allerdings, dass etwas nicht stimmte. Die Schubladen passten nicht richtig! Der Fehler? Wir hatten die Schienen an den Schubladen verkehrt herum montiert. Also alle Schienen einmal vertauscht und dann klappte es ohne Probleme.

Wieder was gelernt…

Vor kurzem kam einer der Jugendlichen aus dem Jugendtreff, in welchem ich mein Praktikum absolviere (siehe Praktikum die Zweite), zu mir und meinem Arbeitskollegen und sagte, dass es 100%ige Schokolade zu kaufen gäbe. Wir schauten ihn ungläubig an und zweifelten, dass dies überhaupt möglich sei. Er reagierte beleidigt, weil wir ihm nicht sofort glaubten und ging schnurstracks in den nächsten Supermarkt, um eine Tafel zu kaufen. Tatsächlich brachte er eine Tafel aus 100% Kakao zurück. Er schenkte sie uns sogar und so probierte ich ein Stück.

Am Anfang schmeckte es wie eine zartbitterschokolade mit weniger Prozent. Ich wartete und wartete auf die normalerweise folgende Süsse. Doch es kam nichts. Stattdessen wurde es immer bitterer. Ich konnte es nicht glauben und versuchte gleich noch ein Stück. Wieder dasselbe. Ich verzog mein Gesicht und schüttelte den Kopf. Bäh, nein danke! Mein Arbeitskollege hingegen fand sie lecker.

Fazit: Man lernt jeden Tag Neues, auch von Jugendlichen – und Schokolade ohne Zucker ist definitiv nicht mein Ding 😀

Jogginggeschichten #6

Im Februar wurden bei uns entlang des Flusses (und auch sonst) überall Bäume und Sträucher geschnitten und gefällt. Während Tagen sah man beim Joggen überall Forstarbeiter, Baumstämme, abgesägte Zweige etc.

Eines Nachmittags lief ich beim Joggen wieder an einem solchen Stapel von Baumstämmen vorüber, als ich etwas sah, das ich mir näher ansehen wollte. Leider hatte ich keine Kamera dabei, so dass euch meine Erzählung reichen muss. Irgendjemand hatte auf Pappe die indianische Weisheit „Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen, erst dann werdet ihr feststellen, dass man Geld nicht essen kann“ geschrieben und diese an einen der abgesägten Baumstämme gepinnt oder geklebt. Der Verfasser hatte sich Mühe gegeben, denn die Schrift war gleichmässig und sogar mehrfarbig. Darunter war, säuberlich in Folie eingefasst, damit Nässe ihr nichts anhaben konnte, die Antwort des Försters. Er erklärte der unbekannten Person, dass der Wald so viele Bäume hätte wie nie zuvor, dass alte Bäume gefällt werden müssten, um Platz für junge Bäume zu machen und zählte weitere Gründe auf, weshalb ihre Arbeit eben nötig war. Am besten aber fand ich den letzten Satz, in welchem er darauf hinwies, dass Cellulose – der Rohstoff, aus welchem auch Pappe gefertigt wird – ebenfalls aus Bäumen gewonnen wird.

Jogginggeschichten #5

An einem Samstag Ende Januar fand in Zürich Oerlikon (in diesem Stadtteil von Zürich liegt auch das psychologische Institut, daher kenne ich die Gegend ein bisschen) ein Volleyballturnier statt. Es war kein „richtiges“ Turnier, sondern diente lediglich dem Spass und dem Sammeln von Geld für weniger reich beschenkte Menschen. Jedenfalls war ich – wie schon vor einigen Jahren – mal wieder als Helferin dabei und verkaufte mittags Verpflegung an die hungrigen Sportler.

Da an diesem Tag wieder eine längere Trainingseinheit anstand, beschloss ich, mir die Gebühren für das Rückfahrtticket zu sparen und stattdessen nach Hause zu joggen. Da die Strecke mitten durch die Stadt und mich über unbekannte Strassen führte, hatte ich Respekt vor der Sache. Dennoch freute ich mich, als mein Einsatz zu Ende war und ich loslaufen konnte.

Ich hatte mir die Strecke zuvor im Internet angeschaut und mir einige Eckpunkte gemerkt. Nach dem ersten Drittel wurde es einfach, da ich einfach dem Fluss folgen konnte und bald auf den Radweg traf, den ich schon oft benutzt hatte. Trotzdem war es spannend, durch unbekannte Strassen zu laufen und mir meinen Weg „zu bahnen“. Oft bog ich spontan ab, wenn mir ein Weg gefiel und die Richtung ungefähr stimmte. Auch musste ich weniger oft als erwartet anhalten, um Strassen zu überqueren. Nach nur 26 Minuten lockeren Laufens war ich im Hauptbahnhof Zürich. Mit dem Zug hätte ich zwar etwas weniger lang gebraucht, aber 20 Minuten hätte es wohl auch gedauert. Ich fragte mich, warum ich all die Jahre immer den Zug genommen hatte 😀

Ich sprintete quer durch den Hauptbahnhof und lachte über die verwunderten Gesichter der Passanten. Nun ging es hauptsächlich dem Fluss entlang und nach weniger als einer Stunde landete ich auf einer meiner üblichen Trainingsrouten. Zusammen mit vielen Hundebesitzern, einigen andern Joggern und wenigen Radfahrern bewegte ich mich auf dem Kiesweg, das Rauschen des Flusses ständig im Ohr. Ich war erstaunt, wie schnell ich bei mir zu Hause war. Die Strecke war mir immer ziemlich weit vorgekommen, immerhin war ich fast eine Stunde unterwegs mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Nun weiss ich, dass es nur etwa 12 Kilometer sind. Und ich diese Strecke locker laufen könnte.

Meine Lieblingswörter: Englisch

Doubledecker Bus Towerbridge London

Vor etwa zwei Wochen habe ich euch meine Lieblingswörter aus der Schweizerdeutschen Sprache (siehe Meine Lieblingswörter: Schweizerdeutsch) vorgestellt. Heute möchte ich euch meine Lieblingswörter aus dem Englischen präsentieren. Ich weiss noch, wie ich vor ca. acht Jahren, als ich in Irland ein Auslandjahr absolvierte, meine Gastschwester aus Chile nach ihrem Lieblingswort fragte. Sie sagte: „Pollution.“ Ich war sehr erstaunt über ihre Wahl und fasziniert davon, wie unterschiedlich ein Wort wahrgenommen werden kann. Deshalb würde ich mich freuen, wenn ihr in den Kommentaren eure englischen Lieblingswörter vorstellen würdet.

Nun aber zu meinen Lieblingswörtern:

  • Das erste lautet „flash“. Es war mein erstes Englisches Lieblingswort und auch meine Antwort, als mich meine Gastschwester nach meinem Lieblingswort fragte. Es ist kurz und rollt leicht aus dem Mund, die Bedeutung (Blitz) hingegen ist stark und wirkungsvoll. Das mochte ich daran.
  • Mein zweites Lieblingswort ist „the big bang“. Als ich das zum ersten Mal hörte, wäre ich fast vom Stuhl gefallen vor lachen. Es klingt für mich nach Kindersprache, fasst die Bedeutung (Urknall) aber perfekt zusammen. Schliesslich war das wirklich ein „grosser Knall“.
  • Das nächste Wort lautet „colleen“. Das ist nicht „nur“ ein schöner Vorname, sondern bedeutet auf Gälisch (Irisch) auch Mädchen oder junge Frau. Ich finde, der Wortklang passt perfekt zur Bedeutung und klingt sehr schön.
  • Das letzte Lieblingswort ist „poppy“. Es bedeutet Mohnblume und klingt für mich nach Stärke und Freude – so wie es auch die rote Farbe der Mohnblume ausstrahlt. Ich jedenfalls würde eine „poppy“ sein wollen, wäre ich eine Blume 😉