Jogginggeschichten #5

An einem Samstag Ende Januar fand in Zürich Oerlikon (in diesem Stadtteil von Zürich liegt auch das psychologische Institut, daher kenne ich die Gegend ein bisschen) ein Volleyballturnier statt. Es war kein „richtiges“ Turnier, sondern diente lediglich dem Spass und dem Sammeln von Geld für weniger reich beschenkte Menschen. Jedenfalls war ich – wie schon vor einigen Jahren – mal wieder als Helferin dabei und verkaufte mittags Verpflegung an die hungrigen Sportler.

Da an diesem Tag wieder eine längere Trainingseinheit anstand, beschloss ich, mir die Gebühren für das Rückfahrtticket zu sparen und stattdessen nach Hause zu joggen. Da die Strecke mitten durch die Stadt und mich über unbekannte Strassen führte, hatte ich Respekt vor der Sache. Dennoch freute ich mich, als mein Einsatz zu Ende war und ich loslaufen konnte.

Ich hatte mir die Strecke zuvor im Internet angeschaut und mir einige Eckpunkte gemerkt. Nach dem ersten Drittel wurde es einfach, da ich einfach dem Fluss folgen konnte und bald auf den Radweg traf, den ich schon oft benutzt hatte. Trotzdem war es spannend, durch unbekannte Strassen zu laufen und mir meinen Weg „zu bahnen“. Oft bog ich spontan ab, wenn mir ein Weg gefiel und die Richtung ungefähr stimmte. Auch musste ich weniger oft als erwartet anhalten, um Strassen zu überqueren. Nach nur 26 Minuten lockeren Laufens war ich im Hauptbahnhof Zürich. Mit dem Zug hätte ich zwar etwas weniger lang gebraucht, aber 20 Minuten hätte es wohl auch gedauert. Ich fragte mich, warum ich all die Jahre immer den Zug genommen hatte 😀

Ich sprintete quer durch den Hauptbahnhof und lachte über die verwunderten Gesichter der Passanten. Nun ging es hauptsächlich dem Fluss entlang und nach weniger als einer Stunde landete ich auf einer meiner üblichen Trainingsrouten. Zusammen mit vielen Hundebesitzern, einigen andern Joggern und wenigen Radfahrern bewegte ich mich auf dem Kiesweg, das Rauschen des Flusses ständig im Ohr. Ich war erstaunt, wie schnell ich bei mir zu Hause war. Die Strecke war mir immer ziemlich weit vorgekommen, immerhin war ich fast eine Stunde unterwegs mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Nun weiss ich, dass es nur etwa 12 Kilometer sind. Und ich diese Strecke locker laufen könnte.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s