Gigathlon – der Bericht

Der Gigathlon 2015 fand in und um Aarau statt. Er begann am 11. Juli (bzw. gab es am 10. Juli für alle Athleten der Single-Kategorie einen kleinen Prolog) und endete am 12. Juli bereits wieder. Alle elf Bezirke des Kantons wurden durchquert, viele Sehenswürdigkeiten standen an oder auf der Strecke.

Obwohl alle Wechselzonen in und um Aarau lagen, war der Gigathlon für die Betreuer kein Zuckerschlecken. In der Kategorie „Couple“ war jeweils nur ein Supporter zugelassen, aber meine Schwester und ich teilten uns diese Aufgabe, da es zu zweit einfach spannender und angenehmer ist. Und wir waren sehr froh darüber! So konnte jeweils eine den Athleten beim Eingang der Wechselzone abholen, während die andere bereits Verpflegung etc. entgegen streckte. Auch das Schleppen der ganzen Sportgeräte, Wechselkleidung, Verpflegung etc. wäre für uns sonst zur Tortur geworden. Und schliesslich konnten wir so zwischendurch auch einmal verschnaufen. Denn auch Supporter müssen mal essen oder sich erholen 😉

Dennoch liegt der Fokus natürlich immer auf den Athleten. Und ich bin immer wieder beeindruckt von ihren Leistungen. Wenn ich sehe, was diese Athleten ihren Körpern abverlangen, erscheint mir mein Training lächerlich. Ich denke immer ich sei sportlich – aber im Vergleich mit diesen Leuten bin ich ein Couch Potato! Gleichzeitig werde ich natürlich auch inspiriert, selber mehr von meinem Körper zu verlangen und meine Grenzen zu testen.

Die Stimmung war wieder einmalig. Man sieht andere Sportler, die man von früheren Gigathlons (oder anderen Sportanlässen) kennt, man lernt neue Leute kennen, erlebt kleine, spezielle Momente mit völlig Fremden und jeder hilft jedem. Das ist wunderschön!

Und schliesslich fuhr ich zum ersten Mal in meinem Leben mit Klickpedalen *hihi* Es klappte erstaunlich gut und ich vergass nur einmal, mich auszuklicken. Passiert ist zum Glück nichts. Ausser, dass sich die Sportler hinter mir vermutlich amüsierten…

Alles in allem war es ein erlebnisreiches, lustiges, anstrengendes, schönes, unvergessliches Wochenende!

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Gigathlonabenteuer # 2

Nachdem ich vor zwei Jahren bereits während dreier Tage meinen Vater und seine Frau bei ihrem Gigathlonabenteuer begleitete und betreute, ist es heute endlich wieder so weit. Mein zweites Gigathlonabenteuer als Betreuerin beginnt. Dieses Mal dauert der Gigathlon nur zwei Tage (vor zwei Jahren waren es sechs Tage), was auch logistisch einen viel kleineren Aufwand bedeutet. Zudem ist die Strecke dieses Jahr rund um Aarau geplant, was eine kürzere An- und Rückreise bedeutet.

Dennoch freue ich mich riesig, dass ich wieder bei einem sportlichen Grossanlass dabei sein darf. Die Stimmung ist jedes Mal unbeschreiblich und obwohl es zum Teil auch als Betreuer ziemlich anstrengend werden kann, gibt es kaum eine bessere Möglichkeit, sich vom Alltag zu erholen. Das Gemeinschaftsgefühl, die Unkompliziertheit und die Lebensfreude, die jeweils herrschen, sind so entspannend und wohltuend. Ich kann es kaum erwarten…

Strongmanrun

Vor einigen Tagen war es endlich so weit: Der Strongmanrun in Engelberg fand statt. Und ich war dabei – jedenfalls halb. Bereits letztes Jahr hätte ich gerne an diesem speziellen Wettlauf teilgenommen, doch ich beschloss, erst einmal einen normalen Halbmarathon zu laufen. Nachdem mir dies im vergangenen September gelungen war, war für mich klar, dass ich mich für den nächsten Strongmanrun anmelden würde. Dieser Wettlauf umfasste eine Strecke von 9 Kilometern, auf welche insgesamt 18 Hindernisse (Schlammbad, Pneuhügel, Strohballen, über die man klettern musste etc.) verteilt waren, die man jeweils zwei Mal absolvieren musste.

Und so stand ich am vergangenen Samstag in Engelberg an der Startlinie und wartete nervös auf den Startschuss. Allerdings verlief nicht alles wie geplant. Denn aufgrund der vielen Teilnehmer (8’000) dauerte es nach dem Startschuss noch knapp 75 Minuten bis ich mich auf die Strecke stürzen konnte. Nach dieser langen Wartezeit in der Sonne war ich bereits ziemlich kaputt und genervt. Dennoch freute ich mich, als es endlich losging. Bereits nach wenigen Minuten kam das erste schlammige Hindernis. Nachdem ich mich daran gewöhnt hatte, genoss ich es, mich mitsamt Kleidung in Schlamm und schmutziges Wasser zu werfen – üblicherweise mache ich einen grossen Bogen um solche Sachen.

Aufgrund der Verzögerungen beim Start war ich allerdings viel später unterwegs als geplant. Und ich war etwas verzweifelt, weil der Zeitpunkt, an dem der Held und ich abgemacht hatten, immer näher rückte. Ich wusste, dass ich für eine zweite Runde noch etwa 1.5 Stunden brauchen würde und dass ich den Helden nicht so lange warten lassen könnte, vor allem da er ja nicht wusste, dass ich erst so spät starten konnte. Er hätte sich grosse Sorgen gemacht. Deshalb bat ich einen Zuschauer um Hilfe bzw. um sein Handy. So wollte ich den Helden kontaktieren und ihm sagen, dass ich noch einige Zeit länger brauchen würde. Als er nicht abnahm, brach ich den Lauf kurzentschlossen ab. Ich hatte keine Lust mehr. Der Held hatte mich sieben Stunden zuvor an den Flughafen Buochs gefahren, war mit mir eine halbe Stunde im Shuttlebus gestanden und hatte fast 3.5 Stunden auf mich gewartet. Ich wollte ihm nicht noch mehr zumuten.

Als wir etwa zwei Stunden später wieder im Auto sassen, war ich froh über meine Entscheidung. Der Tag war lange genug gewesen und ich hatte immerhin jedes Hindernis überwunden. Vielleicht werde ich in einem anderen Jahr wieder dabei sein, vielleicht sogar mit dem Helden an meiner Seite. Aber an diesem Tag hatte ich genug gesehen.

Männlein gegen Weiblein

Vor ein paar Tagen haben der Held und ich zum ersten Mal gemeinsam an einem Wettlauf teilgenommen. Da er mir in fast allen Sportarten überlegen ist, wollte ich seine Zeit in diesem Wettlauf unbedingt unterbieten.

Aufgrund meiner regelmässigen Trainings der letzten zwei Jahre und der Erfahrungen während gemeinsamer Trainingsrunden war ich ziemlich zuversichtlich, mein Ziel zu erreichen (sein Unfall im Januar, der ihn für vier Wochen völlig flachgelegt hat, hat zudem seine Trainingsphase erheblich verkürzt). Dennoch wusste ich, dass er kämpfen würde und mich an einem guten Tag durchaus schlagen kann. Deshalb war es mir wichtig, mein Bestes zu geben.

Umso grösser war meine Freude, als ich nach etwa drei Vierteln der Strecke realisierte, dass eine Zeit unter 55 Minuten drin lag. Mein oberstes Ziel war, unter einer Stunde zu bleiben. Heimlich hoffte ich aber auf eine Zeit unter 55 Minuten. Anfangs sah es nicht danach aus. Obwohl die Strecke erst bergab und dann geradeaus führte, war mein Schnitt auf dem ersten Kilometer zu hoch (bzw. zu tief, je nachdem wie man es sieht – jedenfalls zu langsam). Und bereits nach drei Kilometern spürte ich erste Ermüdungserscheinungen. Doch Tempo drosseln kam nicht in Frage. Ich wusste, dass ich über zehn Kilometer einen Schnitt von 5 min/km halten kann und lief deshalb weiter. Nach etwa vier Kilometern stieg die Strecke an und führte während mehrerer Kilometer immer wieder hinauf (insgesamt waren es wohl ca. 150 Höhenmeter) und mir wurde immer wieder übel. Meine Verdauung, die mir im Alltag kaum je Probleme bereitet, scheint beim Laufen jeweils Mühe zu haben, denn mir wird bei Wettläufen öfters übel. Ich versuchte mich abzulenken und freute mich, als die Strecke wieder geradeaus und leicht bergab führte. Ab da ging es mir besser. Auch die Anzeige auf meiner Pulsuhr gab mir neue Kraft, denn nach etwa sieben Kilometern wusste ich, dass eine Zeit um 55 Minuten doch noch möglich wäre. Am Schluss wurden es 52 Minuten und 17 Sekunden. Ich war so stolz! Und ich wusste, dass ich den Helden damit geschlagen hatte. (hihi) Doch er kam mir näher als erwartet: Er beendete das Rennen in weniger als einer Stunde! Und das praktisch ohne Training…

Männedörfler Waldlauf

Vor einigen Tagen wäre der erste Wettlauf dieser Saison an der Reihe gewesen. Das Wetter war herrlich, die Sonne schien während der meisten Zeit des Tages. Dennoch entschied ich mich, doch nicht daran teilzunehmen. Es tat mir weh, denn es wäre der erste Wettlauf seit einem halben Jahr gewesen und ich hätte mich gerne mal wieder ausgepowert.

Die Gründe, weshalb ich dann doch nicht teilnahm, waren vielfältig: Zum einen ging es mir am Tag davor nicht so gut. Ich fühlte mich extrem schlapp, lag stundenlang nur auf dem Sofa rum und kam kaum die Treppe in unserer Wohnung hoch. Nach elf Stunden Schlaf fühlte ich mich am nächsten Tag zwar besser, aber ich wusste nicht, ob dieser Wettlauf (lediglich 11.5 Kilometer, aber mit 150 Höhenmetern) zu dem Zeitpunkt wirklich gut wäre. Ein zweiter Punkt war die Tatsache, dass ich meine Grosseltern unbedingt besuchen wollte. Meinem Grossvater geht es in letzter Zeit nicht gut, er musste bereits zwei Mal in den Notfall eingeliefert werden und hatte innerhalb eines Monats drei Vollnarkosen. Aus diesem Grund war es mir wichtig, mir Zeit für meine Grosseltern zu nehmen. Und schliesslich stand ja auch unser Umzug kurz bevor. Zwar hatte ich gut geplant und so wäre es möglich gewesen, alle nötigen Dinge in den Tagen darauf zu erledigen, aber alle diese Punkte zusammen gaben schliesslich den Ausschlag, dass ich zu Hause blieb. Ich hätte wahrscheinlich alles unter einen Hut bringen können trotz Wettkampfteilnahme, aber Familie und Erholung wären definitiv zu kurz gekommen.

Ich freue mich allerdings auf den nächsten Wettlauf am 1. Mai. Und dann werde ich bestimmt mitlaufen, komme was wolle 😉

Rückblick

Der Wechsel in ein neues Jahr wird von vielen Personen dazu genutzt, das Erlebte Revue passieren zu lassen und Vorsätze für das neue Jahr zu machen (die dann meistens nur wenige Tage bis Wochen eingehalten werden). Auch ich blicke in diesen letzten Tagen des Jahres 2014 gerne nochmals zurück und denke an all die Dinge, die ich gesehen und erlebt habe. Gerade dieses Jahr war für mich sehr speziell, da ich erste Schritte in ein selbständiges Leben (bzw. in ein Leben mit dem Helden) gemacht habe. So war ich zum Beispiel im Juni zum ersten Mal alleine mit dem Helden für eine Woche im Urlaub. Anfangs Jahr habe ich die Erhebungen für meine Masterarbeit durchgeführt und die Arbeit gegen Ende des Jahres abgegeben. Ich habe die Abschlussprüfung für mein Studium erfolgreich absolviert. Ich habe lange nach einer Stelle gesucht und am Ende eine Praktikumsstelle und eine Teilzeitstelle gefunden. Ich habe viele Fachstellen und Fachgruppen kennen gelernt. Ich war zusammen mit meiner Familie in Prag. Ich war anfangs Jahr mit meiner Familie, dem Helden und den Freunden meiner Schwestern im Skiurlaub. Ich habe mich ein Mal während weniger Stunden um einen autistischen Jungen gekümmert. Ich bin an einem Tag fast 250 Kilometer hin- und am nächsten Tag wieder zurückgefahren, um eine Künstlerin zu sehen und zu hören. Ich war als Volunteerin an der Leichtathletik EM in Zürich dabei. Ich bin meinen ersten Halbmarathon gelaufen. Ich war zum ersten Mal in meinem Leben in einer Yogalektion. Ich habe ein Klassentreffen für meine 1.-3.-Primarklasse organisiert und es war ein voller Erfolg. Ich war das erste Mal in meinem Leben bouldern. Ich habe ein Jobangebot abgelehnt, als ich fühlte, dass ich damit nicht glücklich wäre (und ich bin noch immer froh über meine Entscheidung). Ich war in Berlin! Ich war an insgesamt sechs Konzerten und jedes einzelne war wunderschön und unvergesslich. Ich war an eine Hochzeit eingeladen, obwohl ich niemanden (nicht einmal das Brautpaar) kannte, und hatte einen tollen Abend. Ich wurde an ein Spiel meiner Lieblingseishockeymannschaft eingeladen. Ich hatte das erste Mitarbeitergespräch meines Lebens. Ich war zum ersten Mal zusammen mit meiner Mutter und meiner Tante an einem Konzert. Ich habe eine ausgedehnte Radtour mit dem Helden gemacht und war danach gar nicht so kaputt wie erwartet. Ich bin insgesamt ungefähr 1’300 Kilometer gelaufen. Ich wurde mit Foto und Namen in einem Psychologielehrbuch erwähnt, weil ich bei der Übersetzung mitgearbeitet hatte. Ich war zwei Mal mit der Katze beim Tierarzt, weil sie eine Wunde am Ohr hatte. Überhaupt war ich in diesem Jahr leider ziemlich oft bei irgendeinem Arzt. Ich war aber auch im Zirkus. Und ich habe nach vielen verpatzten Versuchen die perfekten Caramelbonbons hingekriegt. Ich habe gemeinsam mit dem Helden ausgemistet. Und das Wichtigste: Ich habe einen Blog begonnen! 😉

Wissen am Wochenende: Magen-Darm-Probleme beim Laufen

Magen-Darm-Problem, die bei intensiven Trainings oder Wettkämpfen auftreten, kennen viele Läufer. Die Bandbreite reicht von leichten Bauchschmerzen über Krämpfe, Übelkeit und Durchfall bis zum Erbrechen. Doch warum treten diese Probleme hauptsächlich beim Laufen, und dabei insbesondere bei intensiven Einheiten auf? Diese Frage möchte ich euch heute beantworten.

Während aufgespaltene Nahrungsbestandteile und Elektrolyte passiv über die Darmwand aufgenommen werden, muss Zucker (in Form von Glukose) aktiv transportiert werden und benötigt dafür Sauerstoff. Bei einer intensiven Belastung herrscht im Körper allerdings eine Sauerstoffunterversorgung, was dazu führt, dass der Zucker nicht aufgenommen werden kann. Er bleibt dadurch länger im Darm und kann Probleme verursachen.

Hochkonzentrierte Nahrungsmittel (z.B. Schokolade, Kohlenhydratgels, konzentrierte Energiegetränke…) führen im Darm zudem zu einem starken osmotischen Gefälle. Der Körper versucht die hohe Konzentration im Magendarmtrakt durch die Abgabe von Wasser auszugleichen.  Dadurch können Krämpfe und Durchfall entstehen.

Weiterhin wird bei intensiven Belastungen die Darmtätigkeit reduziert, wodurch der Nahrungsbrei ebenfalls länger im Darm verbleibt. Die Durchblutung der Verdauungsorgane kann ebenfalls gesenkt werden, was bei zusätzlicher Nahrungsaufnahme während des Wettkampfes zu Problemen führt. Wenn durch die zusätzliche Nahrungs- oder Getränkeaufnahme der Druck im Darm zu gross wird, kann dies zu Durchfall führen.

Darüber hinaus kann es bei starker Intensität zu einem erhöhten Magendruck durch die Bauchmuskeln kommen, was ebenfalls zu Übelkeit, Erbrechen und/oder Krämpfen führen kann.

Schliesslich können auch harte Schläge (zum Beispiel bei steilen Abwärtspassagen) zu Darmkrämpfen führen oder zu Stuhldrang führen.

Alle diese Probleme werden durch fettige, ballaststoffreiche und/oder zu viel Nahrung in den Stunden vor der Belastung verschlimmert.

Wissen am Wochenende: Marathon

Die Marathondistanz beträgt seit fast einem Jahrhundert offiziell 42.195 Kilometer. Ursprünglich wurde diese Distanz gelaufen, mittlerweile gibt es jedoch in vielen Sportarten Marathonwettkämpfe (z.B. im Rudern, im Radsport, im Eisschnelllauf, im Inline Skating und sogar im Schwimmsport). Der Ursprung dieser Laufdistanz liegt in einer Legende, nach der ein Bote nach dem Sieg der Athener in der Schlacht bei Marathon die Strecke von Marathon nach Athen (ca. 40 Kilometer) lief, die Nachricht „Wir haben gesiegt“ überbrachte und anschliessend tot zusammenbrach.

Diese Legende ging jedoch wieder vergessen und bei den ersten Langstreckenläufen in der Neuzeit wurden verschiedene Streckenlängen absolviert. Erst durch Ausgrabungen in Marathon, bei denen im Jahr 1890 Gräber der gefallenen Kämpfer der Schlacht von Marathon gefunden wurden, kam die Legende wieder in Erinnerung. 1896 wurde im Rahmen der Olympischen Spiele in Athen der erste organisierte Marathonlauf durchgeführt, der jedoch „nur“ 40 Kilometer lang war.

Bei den Olympischen Sommerspielen 1908 in London schliesslich verlief die Strecke vom Schloss Windsor ins neu erbaute Stadion. Die Strecke wurde dadurch genau 26 Meilen und 385 Yards lang, was umgerechnet 42.195 Kilometern entspricht. Da der Marathon mit einem dramatischen Zweikampf zwischen zwei Läufern endete, wurde in den USA eine Reihe von Revancheläufen veranstaltet, bei denen die Strecke natürlich gleich lang sein sollte. An diesen Wettkämpfen beteiligten sich immer mehr Läufer, so dass sich diese Streckenlänge als Marathondistanz einbürgerte. Seit 1921 ist die Distanz von 42.195 Kilometern auch offiziell vom internationalen Leichathletikverband (IAAF) als Marathondistanz festgelegt.

Nach dem Wettkampf

Zur Wettkampfvorbereitung findet man im Internet unzählige Artikel, Blogeinträge, Ratschläge etc. Doch darüber, was denn NACH dem Wettkampf wichtig ist und was es zu beachten gilt, findet man viel weniger Informationen. Deshalb habe ich meine Erfahrungen mit denen meines Vaters ergänzt und daraus eine kleine Liste mit Ratschlägen formuliert. Diese gelten besonders für längere Läufe (Halbmarathon, Marathon), aber auch wer zum ersten Mal 10 Kilometer läuft, kann sich daran orientieren. Je grösser die Wettkampfdistanz und je ungeübter der Läufer, desto länger dauert die Regenerationsphase.

  • direkt nach dem Wettkampf: Direkt nach dem Wettkampf ist es erst mal wichtig, runter zu kommen. Das bedeutet: langsam auslaufen (wer mag, kann dafür langsam joggen, sonst reicht auch gehen) und die Beine etwas dehnen. Je nach Wetter sollte man dabei schon etwas überziehen oder man kann warten bis man etwas ausgekühlt ist. Anschliessend ist es wichtig, die geleerten Energie- und Wassertanks wieder aufzufüllen. Also immer wieder ein paar Schlucke Wasser, Schorle oder Sportlergetränk nehmen und wenn möglich etwas essen (am besten nicht zu schwer, dafür kohlenhydratreich, aber wer Lust auf eine Bratwurst hat, kann sich auch diese gönnen). Danach ist eine warme Dusche angesagt. Meiner Erfahrung nach ist das Wasser bei vielen Wettkämpfen aber schon kalt bis der normale Hobbyläufer ins Ziel kommt. Daher würde ich allen, die in der Nähe des Wettkampfortes wohnen/eine Unterkunft haben, anraten, erst zu Hause/in der Unterkunft zu duschen. Man erspart sich dadurch auch die Schlepperei der Duschutensilien, des Handtuchs, der Ersatzkleidung etc. Umso wichtiger ist es dann aber, dass man warme Kleidung zum Überziehen mitnimmt, da man so verschwitzt schnell auskühlt. Durch die Belastung ist das Immunsystem zudem kurzzeitig geschwächt, wodurch das Risiko für eine Erkrankung zunimmt.
  • in den Stunden nach dem Wettkampf: Ist man geduscht, frisch angezogen und hat etwas gegessen, ist erst einmal Ruhe angesagt. Nach einem längeren, intensiven Wettkampf (d.h. sicher ab Halbmarathondistanz) sollte ausser Erholung nichts eingeplant werden. Weiterhin sollte für genügend Flüssigkeit gesorgt sein (d.h. immer wieder kleine Schlucke trinken), insbesondere an heissen Wettkampftagen. Wer Magenprobleme hatte und direkt nach dem Wettkampf nichts runterbrachte, achtet nun besonders auf eine genügende Zufuhr von Kohlenhydraten und Mineralien (z.B. Bouillon mit Brot essen, Reis mit etwas Gemüse und Hühnchenbrust, Pasta mit Tomatensauce oder mit Öl und Kräutersalz etc.). Wer mag, kann sich ein warmes Bad gönnen und seinen Körper danach sanft eincremen.
  • in den Tagen nach dem Wettkampf: Am besten plant man schon im Voraus wenige Termine für die Tage nach dem Wettkampf ein. Vor allem Neuläufer wissen noch nicht so genau, wie ihr Körper auf einen Wettkampf und die Belastung reagiert und sollten daher lieber zu viel Ruhezeit einplanen als zu wenig. In den Tagen nach dem Wettkampf herrscht Trainingsverbot. Wer es gar nicht lassen kann, macht Spaziergänge oder schwimmt ein wenig. Auch wenn man keinen Muskelkater oder andere Schmerzen hat, braucht der Körper diese Erholung. Da der Körper von der Belastung noch etwas geschwächt ist, sollte man auch Orte mit grosser Infektionsgefahr (z.B. Spitäler, in der Grippesaison generell Menschenansammlungen) wenn möglich meiden. Schau dir in Ruhe die Preise, die du für deinen Lauf bekommen hast, an und schwelge in Erinnerungen. Versuche dir das „Danach“-Gefühl einzuprägen, damit du es während eines schwierigen Wettkampfs wieder hervorholen kannst. Nach einigen Tagen Ruhe (je nach Wettkampfdistanz, Fitness und Intensität des Wettkampfs unterschiedlich lange) kann man langsam wieder in das Training einsteigen. Die ersten Einheiten sollten jedoch in lockerem Tempo absolviert werden und nicht zu lange sein (ca. 30 bis 60 Minuten). Intervalltrainings, Fahrtspiel und Longrun kommen erst wieder zum Einsatz wenn sich der Körper vollständig erholt hat (zwischen einer und drei Wochen ungefähr).

Verpflegung während des Wettkampfs

Bei meinem ersten Halbmarathon vor zwei Monaten hatte ich ziemliche Mühe mit der Verdauung bzw. der Verpflegung (siehe Mein Halbmarathon – der Bericht), obwohl ich bei der Ernährung vor bzw. während des Wettkampfs nichts falsch gemacht habe. Da die Zufuhr von Energie ab einer Laufeinheit von ca. 90 Minuten (und insbesondere im Wettkampf) sehr wichtig ist, habe ich aus meinen Erfahrungen zwei Schlüsse gezogen:

  1. Ich muss das Essen und Trinken während des Laufens ausführlich trainieren.
  2. Ich muss ausprobieren, welche Verpflegung ich vertrage und welche nicht.

Das bedeutet für mich einerseits, dass ich bei den nächsten längeren Laufeinheiten jeweils mit Hüftgurt unterwegs sein werde, in welchem ich Essen und Getränke mitschleppe. Andererseits bedeutet es auch, dass ich meine Verpflegung variieren werde, um herauszufinden, was für mich das Beste ist. In diesem Bereich gibt es zum einen eine ganze Industrie, die sich auf die Herstellung solcher Sportlernahrung spezialisiert hat und zum anderen gibt es auch ganz natürliche Lebensmittel, die durch ihre Zusammensetzung geeignet sind für den Verzehr während des Sports. Ich werde beides ausprobieren, d.h. ich werde sowohl diese Gels, Riegel, Gummibärchen und Getränke wie auch normale Lebensmittel (wie Bouillon, Salzkartoffeln, Bananen, Datteln, Müsliriegel etc.) testen. Zudem möchte ich das Trinken aus Bechern während des Laufens üben. Beim Halbmarathon habe ich die Hälfte nämlich immer in mein Gesicht und über das Leibchen geschüttet, das ist bei weniger warmen Temperaturen bestimmt nicht ideal…