Jogginggeschichten #6

Im Februar wurden bei uns entlang des Flusses (und auch sonst) überall Bäume und Sträucher geschnitten und gefällt. Während Tagen sah man beim Joggen überall Forstarbeiter, Baumstämme, abgesägte Zweige etc.

Eines Nachmittags lief ich beim Joggen wieder an einem solchen Stapel von Baumstämmen vorüber, als ich etwas sah, das ich mir näher ansehen wollte. Leider hatte ich keine Kamera dabei, so dass euch meine Erzählung reichen muss. Irgendjemand hatte auf Pappe die indianische Weisheit „Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen, erst dann werdet ihr feststellen, dass man Geld nicht essen kann“ geschrieben und diese an einen der abgesägten Baumstämme gepinnt oder geklebt. Der Verfasser hatte sich Mühe gegeben, denn die Schrift war gleichmässig und sogar mehrfarbig. Darunter war, säuberlich in Folie eingefasst, damit Nässe ihr nichts anhaben konnte, die Antwort des Försters. Er erklärte der unbekannten Person, dass der Wald so viele Bäume hätte wie nie zuvor, dass alte Bäume gefällt werden müssten, um Platz für junge Bäume zu machen und zählte weitere Gründe auf, weshalb ihre Arbeit eben nötig war. Am besten aber fand ich den letzten Satz, in welchem er darauf hinwies, dass Cellulose – der Rohstoff, aus welchem auch Pappe gefertigt wird – ebenfalls aus Bäumen gewonnen wird.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s