Strongmanrun

Vor einigen Tagen war es endlich so weit: Der Strongmanrun in Engelberg fand statt. Und ich war dabei – jedenfalls halb. Bereits letztes Jahr hätte ich gerne an diesem speziellen Wettlauf teilgenommen, doch ich beschloss, erst einmal einen normalen Halbmarathon zu laufen. Nachdem mir dies im vergangenen September gelungen war, war für mich klar, dass ich mich für den nächsten Strongmanrun anmelden würde. Dieser Wettlauf umfasste eine Strecke von 9 Kilometern, auf welche insgesamt 18 Hindernisse (Schlammbad, Pneuhügel, Strohballen, über die man klettern musste etc.) verteilt waren, die man jeweils zwei Mal absolvieren musste.

Und so stand ich am vergangenen Samstag in Engelberg an der Startlinie und wartete nervös auf den Startschuss. Allerdings verlief nicht alles wie geplant. Denn aufgrund der vielen Teilnehmer (8’000) dauerte es nach dem Startschuss noch knapp 75 Minuten bis ich mich auf die Strecke stürzen konnte. Nach dieser langen Wartezeit in der Sonne war ich bereits ziemlich kaputt und genervt. Dennoch freute ich mich, als es endlich losging. Bereits nach wenigen Minuten kam das erste schlammige Hindernis. Nachdem ich mich daran gewöhnt hatte, genoss ich es, mich mitsamt Kleidung in Schlamm und schmutziges Wasser zu werfen – üblicherweise mache ich einen grossen Bogen um solche Sachen.

Aufgrund der Verzögerungen beim Start war ich allerdings viel später unterwegs als geplant. Und ich war etwas verzweifelt, weil der Zeitpunkt, an dem der Held und ich abgemacht hatten, immer näher rückte. Ich wusste, dass ich für eine zweite Runde noch etwa 1.5 Stunden brauchen würde und dass ich den Helden nicht so lange warten lassen könnte, vor allem da er ja nicht wusste, dass ich erst so spät starten konnte. Er hätte sich grosse Sorgen gemacht. Deshalb bat ich einen Zuschauer um Hilfe bzw. um sein Handy. So wollte ich den Helden kontaktieren und ihm sagen, dass ich noch einige Zeit länger brauchen würde. Als er nicht abnahm, brach ich den Lauf kurzentschlossen ab. Ich hatte keine Lust mehr. Der Held hatte mich sieben Stunden zuvor an den Flughafen Buochs gefahren, war mit mir eine halbe Stunde im Shuttlebus gestanden und hatte fast 3.5 Stunden auf mich gewartet. Ich wollte ihm nicht noch mehr zumuten.

Als wir etwa zwei Stunden später wieder im Auto sassen, war ich froh über meine Entscheidung. Der Tag war lange genug gewesen und ich hatte immerhin jedes Hindernis überwunden. Vielleicht werde ich in einem anderen Jahr wieder dabei sein, vielleicht sogar mit dem Helden an meiner Seite. Aber an diesem Tag hatte ich genug gesehen.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s