Wissen am Wochenende: Primacy- und Recency-Effekt

Der Primacy-Effekt beschreibt die Tendenz, dass Informationen, die früh bzw. zuerst aufgenommen (d.h. gelesen, gehört oder gesehen) werden, stärker/länger haften bleiben und man sich daher auch leichter an diese Informationen erinnert und sie auf Entscheidungen oder Interpretationen einen grösseren Einfluss haben.

Der Recency-Effkt beschreibt genau das Gegenteil: Es ist die Tendenz, dass Informationen, die spät bzw. als Letztes aufgenommen werden, stärker/länger haften bleiben und man sich daher auch leichter an diese Informationen erinnert und sie auf Entscheidungen oder Interpretationen einen grösseren Einfluss haben.

Es gibt verschiedene Umstände, die den Primacy- bzw. den Recency-Effekt begünstigen. Wenn man beispielsweise zwei Kandidaten, die unterschiedliche Meinungen vertreten, direkt hintereinander argumentieren hört und sich erst mit zeitlichem Abstand (z.B. eine Woche später) für einen der beiden entscheiden muss, dann tritt eher ein Primacy-Effekt auf. Vermutlich bleiben die ersten Informationen einfach am besten hängen, den Rest hat man bis zur Entscheidung wieder vergessen.

Wenn man die beiden Kandidaten jedoch mit einem zeitlichen Abstand dazwischen anhört und man sich direkt nach der Anhörung des zweiten Kandidaten entscheiden muss, dann tritt eher ein Recency-Effekt auf. Es wird angenommen, dass zum Zeitpunkt der Entscheidung die späteren Argumente noch präsenter sind (und daher die Entscheidung stärker beeinflussen), während die ersten Informationen bereits vergessen sind.

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