Jogginggeschichten #4

Vor wenigen Tagen lief ich zum ersten Mal überhaupt im Dunkeln. Normalerweise vermeide ich es, so spät (gut, es war nicht wirklich spät, es wurde einfach früh dunkel ;)) noch zu laufen, weil es dann einfach zu kalt ist, man nichts sieht und es sich kurz nach dem Abendessen nicht so gut läuft. Aber an diesem Abend packte ich mich gut ein, setzte die Stirnlampe auf und lief los.

Anfangs war der Himmel noch ziemlich hell, da sich das Licht in den Wolken und auf der leichten Schneeschicht reflektierte und so alles in ein sanftes Dauerlicht tauchte. Dennoch konnte ich natürlich keine genauen Konturen sehen. Es war erstaunlich, dass ich nie über eine Wurzel oder eine andere Unebenheit stolperte. Ausserdem konnte ich den grossen Pfützen, die der Schneeregen auf dem Waldweg gebildet hatte, weitgehend ausweichen. Nicht von Vorteil war die Tatsache, dass ich meine Brille bereits nach kaum zwei Kilometern absetzen musste, weil sie voller Regentropfen war und ständig anlief.

Irgendwann schaltete ich meine Stirnlampe ein und sah – nichts. Ein schwacher, hellerer Kreis am Boden zeigte an, wo das Licht auf die Oberfläche traf. Aber mehr sah ich nicht. Tja, selber schuld, wenn man die Stirnlampe nie getestet hat. So liess ich die Lampe die meiste Zeit aus und vertraute auf meine Augen, die sich der Dunkelheit angepasst hatten.

Dennoch war ich froh, als ich das Waldstück hinter mir liess. Nur ein Mal musste ich noch einige hundert Meter zwischen dichten Bäumen laufen. Ich sah die riesigen Pfützen und wich ihnen aus – nur um voll auf den aufgeweichten, schlammigen Boden zu treten. Ich schlingerte herum und der Boden schmatzte bei jedem Schritt. Aber irgendwann hatte ich die Stelle passiert und meine Füsse waren – oh Wunder! – sogar praktisch trocken geblieben. Ich war froh, dass ich nicht sehen konnte, wie meine Schuhe aussahen.

Ein letzter interessanter Zwischenfall gab es gegen Ende des Laufes. Vor mir war ein Spaziergänger mit Hund. Als ich mich ihnen von hinten näherte, schaute der Hund zurück und wechselte auf meine Seite des Weges. Ich wollte ihm ausweichen und lief plötzlich gegen einen Widerstand: die Hundeleine! Ich hatte sie in der Dunkelheit nicht gesehen und war voll reingelaufen 😀

Am Ende kam ich nass und ein wenig verdreckt zu Hause an. Aber ich war stolz, dass ich mich zu diesem Trainingslauf überwunden hatte. Und wusste auch schon, was ich mir als nächstes kaufen würde: eine neue Stirnlampe!

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