Laufen im Winter

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„Kalt, nass, dunkel – nein danke!“ Das sind wohl die Gedanken, die zum Thema Laufen im Winter den meisten durch den Kopf gehen. Auch mir manchmal, das muss ich zugeben. Wenn es draussen schneit und hagelt (auf Schweizerdeutsch nennt man das so schön „chuttet“), ist der Gedanke an das Sofa oder die Badewanne verlockender als die Vorstellung, bei diesem Wetter draussen unterwegs zu sein. Wer sich doch hinausgewagt hat, wird aber belohnt mit dem einzigartigen Gefühl, seinen inneren Schweinehund besiegt zu haben. Und die heisse Dusche ist nach einem solchen Training dafür umso schöner. Damit es leichter fällt, auch in der dunklen Jahreszeit öfter mal die Laufschuhe zu schnüren, gebe ich euch ein paar Tipps:

  • Kleidung: Ganz wichtig ist natürlich die passende Kleidung. Dabei ist es im Winter umso wichtiger, dass Funktionskleidung getragen wird, da sie vor Kälte und Nässe schützt und gleichzeitig denn Schweiss nach aussen trägt. Diese Kleidung wird am besten im Zwiebelprinzip (also in mehreren Schichten) getragen. Je nach Temperaturen und Wetterlage kommen zu den üblichen Klamotten noch eine Mütze oder ein Stirnband, Handschuhe und ein Schal dazu. Bei Dunkelheit ist es zudem ratsam, Kleidung mit Reflektoren zu tragen und im Gelände eine Stirnlampe zu tragen.
  • Aufwärmen: Bei Temperaturen um oder gar unter dem Gefrierpunkt ist das Aufwärmen vor dem Sport zentral. Die Muskeln brauchen bei tiefen Temperaturen länger, um „betriebsbereit“ zu werden, was wiederum Verletzungen begünstigt. Daher lieber langsam beginnen und das Tempo nach einer Weile dann steigern.
  • Winterwunderland: Gerade frühmorgens, wenn der Schnee noch unberührt ist und die Umgebung wie eine Märchenwelt aussieht, ist es besonders schön, über die verschneiten Wege zu laufen. Mit dem Schnee legt sich auch eine wunderbare Ruhe über die Landschaft und die gewohnte Umgebung sieht plötzlich ganz anders aus. Und wie schön es ist, als Erste oder Erster seine Spuren im frischgefallenen Schnee zu ziehen!
  • Begleitung: Wie allgemein beim Laufen ist es auch im Winter ratsam, sich eine Begleitung zu organisieren. Wer keinen Freund, Kollegen oder Verwandten findet, der bereit ist, bei diesem Wetter laufen zu gehen, kann sich nach einem Hund umsehen. Es muss ja nicht gleich ein eigener sein, es gibt in der Umgebung bestimmt Hundehalter, die froh sind, wenn sich jemand ab und zu um ihr Tier kümmert und dessen Bewegungsdrang stillt. Fragt einfach mal herum!
  • Ziele setzen: Realistische Ziele fördern die Motivation. Wem es also schwer fällt, sich im Winter zum Laufen zu motivieren, der kann sich schon im Spätsommer oder Herbst darum kümmern und sich nach Winterläufen in der Umgebung umschauen (und sich natürlich anmelden!). Wer weiss, dass Mitte Januar ein Lauf auf dem Plan steht, wird über die Weihnachtstage eher auch mal die Laufschuhe schnüren und eine Runde drehen. Denn auch wenn Winterläufe in der Regel Spassläufe sind und sich nicht zum Aufstellen einer neuen Bestzeit eignen – als Letzter will niemand ins Ziel keuchen, oder?
  • Abwechslung: Wer sich mit dem Laufen im Schnee/Schneeregen/Matsch partout nicht abfinden kann, soll doch mal eine der vielen Wintersportarten ausprobieren. Klar, das meiste davon lässt sich nicht so leicht und jederzeit vor der eigenen Haustüre ausführen, aber wenn man nicht gerade in Wüstennähe wohnt, gibt es bestimmt einige Angebote in der Nähe. Wie wäre es beispielsweise mit Langlauf? Eishockey? Schneeschuhwandern?

Ihr seht, (Lauf)Sport hat auch im Winter seinen Reiz. Trotzdem ist bei Glatteis und Dunkelheit besondere Vorsicht geboten. Wer friert, sollte zudem sofort umkehren und zu intensive, auszehrende Trainings sind bei Temperaturen unter Null nicht ratsam.

Als Abschluss möchte ich euch dieses Gedicht von Christian Morgenstern präsentieren:

Neuschnee

Flockenflaum zum ersten Mal zu prägen

mit des Schuhs geheimnisvoller Spur,

einen ersten schmalen Pfad zu schrägen

durch des Schneefelds jungfräuliche Flur –

 

kindisch ist und köstlich solch Beginnen,

wenn der Wald dir um die Stirne rauscht

oder mit bestrahlten Gletscherzinnen

deine Seele leuchtende Grüsse tauscht.

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